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Peter Ambros

ambrosPeter Ambros,  Jahrgang 1948, Autor, Historiker und Übersetzer aus Trnava (Tschechoslowakei bzw. Slowakische Republik). Studium der Soziologie, Geschichte und Judaistik in Bratislava, Jerusalem und Berlin, in den Jahren 1983–85 Studienaufenthalt in Toronto in Kanada. Von 1986 bis 1998 verantwortlich für die Presse– und Öffentlichkeitsarbeit der Jüdischen Gemeinde zu Berlin, insbesondere intensive Zu– und Zusammenarbeit bei der Öffentlichkeitsarbeit Heinz Galinskis in seinen letzten sechs Lebensjahren.

Zur gleichen Zeit freie publizistische Tätigkeit (Veröffentlichungen in Deutschland u.a. FAZ, Die Zeit, Der Tagesspiegel, Berliner Zeitung, Die Tageszeitung, Financial Times Deutschland, Kafka, Freitag, Film und Fernsehen, in der Tschechischen Republik Respekt, Nová přítomnost, Svět a divadlo, Hudební věda, in der Slowakischen Republik Kultúrny život, Delet, in Polen Midrasz, im Funk freie Mitarbeit bei SFB, RIAS, DS–Kultur, beim Bayerischen Rundfunk, Deutschlandfunk und bei der Deutschen Welle). Im Herbst 1992 organisierte er in Berlin im Rahmen der Jüdischen Kulturtage ein Festival zeitgenössischer jüdischer Literatur aus Osteuropa, dokumentiert im Sonderband ex oriente der Literaturzeitschrift Sirene des Babel–Verlags.

Übersetzte unter anderem den Roman Finsternis wirft keine Schatten von Arnošt Lustig (Luchterhand 1993) und beteiligte sich als Übersetzer an der Werkausgabe des tschechischen Husserl–Schülers und Sprechers der Charta ‘77 Jan Patočka bei Klett & Cotta. Bei Gollenstein erschien 1995 seine (Herausgeber und Übersetzer) Anthologie zeitgenössischer jüdischer Autoren aus Böhmen, Mähren und der Slowakei unter dem Titel Golems leiser Atem. Im Prager deutschen Vitalis–Verlag erschien 1997 in seiner Übersetzung die Novelle Minimax von Vlastimil Třešňák, der 1996 von der tschechischen Kritik zum Autor des Jahres gekürt wurde. Im Herbst 2001 erschien im Prager Argo–Verlag seine Übersetzung der Novelle Die Reisen Binjumins des Dritten von Mendele Mojcher Sforim aus dem Jiddischen ins Tschechische.

Von April 1999 bis Juni 2001 als Fachdirektor am Prager Jüdischen Museum und mit regelmäßigen Vorlesungen am Institut für Judaistik der Comenius–Universität in Bratislava tätig. Seit 2001 als Referent des Oberbürgermeisters und stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der Chemnitzer Jüdischen Gemeinde in Chemnitz ansässig.

Er ist Beiratsmitglied der Vierteljahresschrift Kafka, Mitglied der Jury für den Georg–Dehio–Sachbuchpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa und Mitherausgeber der Reihe Lesecher… – Judentum in Mitteleuropa des Thelem–Verlages.

Publikationsliste (Auswahl):

Bluhm, Detlef u.a. (Hrsg.), Berlin. Eine Ortsbesichtigung. Kultur. Geschichte. Architektur, Transit Buchverlag Berlin 1992, ISBN 3–88747–073–7, S. 170 ff., Gibt oder gab es Juden in Berlin? (unter dem Pseudonym Dan Adler) – Autor;

Lustig, Arnošt, Finsternis wirft keine Schatten, Roman, Luchterhand Literaturverlag München 1994, ISBN 3–630–86840–1 – Übersetzer;

Benetková, Vlasta u.a. (Hrsg.), Kontexte. Musica iudaica 1994, Stiftung Musica iudaica Prag 1995, ISBN 80–85899–13–2, S. 123 ff., Zwei Aspekte eines Themas – Autor;

Braun, Joachim u.a. (Hrsg.), Verfemte Musik. Komponisten in den Diktaturen dieses Jahrhunderts, Peter Lang Verlag Frankfurt/M. 1995, ISBN 3–631–47618–3, S. 455 ff., Über die schwarzen Löcher – Autor;

Stern, Susan (Hrsg.), Speaking Out. Jewish Voices from United Germany, edition q, Berlin 1995, ISBN 1–883695– 08–2, S. 190 ff., „The Repeating of the Cycle – Russian Jews in Germany“ – Autor;

Kadleèík, Ivan, Tarock, in, Sprache im technischen Zeitalter, Dez. 1995, S. 456 ff. – Übersetzer;

Ambros, Peter (Hrsg.), Golems leiser Atem. Zeitgenössische jüdische Autoren aus Böhmen, Mähren und der Slowakei (Ivan Klíma, Arnošt Goldflam, Karol Sidon, Jiøí Daníèek, Miloš Žiak), Gollenstein Verlag Blieskastel 1995, ISBN 3–930008–20–3 – Herausgeber und Übersetzer;

Sofer, Chatam, Kniha pamäti (Gedächtnisbuch), in, Židovská roèenka (Jüdisches Jahrbuch) 5757, Prag 1996, S. 45 ff. – Herausgeber und Übersetzer aus dem Hebräischen ins Slowakische;

Perez, Jizchok Leibusch, Sklopené oèi (Gesenkte Augen), in, Židovská roèenka (Jüdisches Jahrbuch) 5757, Prag 1996, S. 126 ff. – Übersetzer aus dem Jiddischen ins Tschechische;

Benetková, Vlasta u.a. (Hrsg.), Kontexte. Musica iudaica 1996, Stiftung Musica iudaica Prag 1997, ISBN 80–85899–30–2, S. 10 ff., „Des Herrn Adalbert 14 Nichtigkeiten“ – Autor;

Třešňák, Vlastimil, Minimax. Novelle, Vitalis Verlag Prag 1997, ISBN 80–85938–24–3 – Übersetzer;

Huber, Jürgen (Hrsg.), Tragen & Lasten, Regensburg 1998, S. 30 ff., Sind Opfer eine Last? – Autor;

Schirrmacher, Frank (Hrsg.), Die Walser–Bubis–Debatte, Suhrkamp 1999, ISBN 3–518–41073–3, S. 652 ff., Was heißt »Gedenken«? Martin Walser und das wortreiche Schweigen der Deutschen – Autor;

Ambros, Peter, Die angemessene Perspektive, in, das denkmal?, Eine Dokumentation, Philo Verlagsgesellschaft Berlin 1999, ISBN 3–8257–0099–2 – Autor;

Ambros, Peter, Intime Inventur, in, das denkmal?, Eine Dokumentation, Philo Verlagsgesellschaft Berlin 1999, ISBN 3–8257–0099–2 – Autor;

Hellwig–Schmid, Regina (Hrsg.), DonauWelten Ein Flussbuch, lichtung verlag Regensburg 2000, ISBN 3–929517–37–X, S. 163 ff., Ein Plädoyer für den Dableib – Autor;

Mojcher Sforim, Mendele, Cesty Binjumina Tøetího, Argo–Verlag Prag 2001, ISBN 80–7203–399–9 – Übersetzer aus dem Jiddischen ins Tschechische;

Nitsche, Jürgen & Röcher, Ruth, Juden in Chemnitz, Michael Sandstein Verlag Dresden, 2002, ISBN 3–930382–66–0, S. 105 ff., Juden in medizinischen Berufen – Autor (zusammen mit Kühn, Reinhard);

Ambros, Peter, Leben vom Blatt gespielt – Eine dramatische Lebenspartitur, Thelem Verlag Dresden 2003, ISBN 3–935712–21–9 – Autor;

Ambros, Peter, Abschlußkonzert, Roman, Thelem Verlag Dresden 2004, ISBN 3–935712–85–5 – Autor.