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Freya Klier

freya_2Freya Klier verbrachte aufgrund der Inhaftierung ihres Vaters ihr drittes Lebensjahr in einem Kinderheim. 1968 legte sie ihre Abiturprüfung ab. Noch im gleichen Jahr unternahm sie einen erfolglosen Fluchtversuch aus der DDR, wurde zu 16 Monaten Gefängnis verurteilt, jedoch vorzeitig entlassen. Danach arbeitete sie unter anderem als Postangestellte und Kellnerin
Von 1970 bis 1975 studierte Freya Klier Schauspiel an der Theaterhochschule Leipzig und im Staatstheater Dresden.  Sie arbeitete als Schauspielerin am Theater Senftenberg, bevor sie von 1978 bis 1982 Regie am Institut für Schauspielregie in Berlin studierte. Ab 1982 arbeitete sie als Regisseurin am Theater Schwedt. Für die Uraufführung von Ulrich Plenzdorfs „Legende vom Glück ohne Ende“ erhielt sie 1984 den DDR-Regiepreis.

Freya Klier ist eine Mitbegründerin der DDR-Friedensbewegung. Ihr dortiges Engagement führte 1985 zu einem Berufsverbot. Freya Klier verstärkte daraufhin ihr Engagement, sie trat beispielsweise zusammen mit ihrem Ehemann Stephan Krawczyk in Kirchen auf und begann zunehmend offen die Zustände in der DDR zu kritisieren, was 1988 zu ihrer Verhaftung und unfreiwilligen Ausbürgerung führte.

Klier lebt heute als freischaffende Autorin und Filmregisseurin in Berlin. Neben der DDR-Vergangenheit und ihrer Bewältigung gehören auch die nationalsozialistische Diktatur in Deutschland und der stalinistische Sozialismus in Deutschland und Russland zu ihren bevorzugten Themen. Besondere Verdienste hat sie sich in der Aufklärung von Schülern über die nahe Vergangenheit der DDR erworben.

Freya Klier ist Gründungsmitglied des im Juni 1996 gegründeten Bürgerbüro e.V., einem Verein zur Aufarbeitung von Folgeschäden der SED-Diktatur.

Veröffentlichungen

Abreiß-Kalender – Ein deutsch-deutsches Tagebuch, München: Kindler, 1988
Lüg Vaterland. Erziehung in der DDR, München: Kindler, 1990
Die DDR-Deutschen und die Fremden, Essays, Selbstverlag
Die Kaninchen von Ravensbrück, München, Droemer-Knaur, 1994
Penetrante Verwandte, Frankfurt, Ullstein
Verschleppt ans Ende der Welt, Frankfurt, Ullstein
Wir Brüder und Schwestern, Frankfurt, Ullstein, 2000
Gelobtes Neuseeland. Flucht deutscher Juden ans Ende der Welt, Berlin, Aufbau, 2006
Oskar Brüsewitz. Leben und Tod eines mutigen DDR-Pfarrers, Bürgerbüro Berlin, 2004
Matthias Domaschk und der Jenaer Widerstand, Berlin, 2007
Michael Gartenschläger. Kampf gegen Mauer und Stacheldraht, Bürgerbüro e.V. Berlin, 2009
Wie schmeckte die DDR? , Evangelische Verlagsanstalt, Leipzig, 2010

Filme

Verschleppt ans Ende der Welt, Dokumentarfilm, 1993
Johanna, eine Dresdner Ballade, Dokumentarfilm, 1996
Das kurze Leben des Robert Bialek, Dokumentarfilm, 1997
Die Odyssee der Anja Lundholm, Dokumentarfilm, 1998
Flucht mit dem Moskau-Paris-Express, Dokumentarfilm, 2001

Stücke

Schwarzer Rotgold Uraufführung 1991 in Ostberlin

Essays

Links – eine Denkfalle, SFB
Im Takt des Fortschritts, SFB
Berlin ist nicht Bonn, SFB, 1999
Wir müssen ja jetzt Westen sein, SFB
Die dritten Deutschen, SFB
Deutschland in der Schieflage, SWR
Gesichter des 17. Juni, SFB, 2003
Der lila Drache und das Märchen von der schönen DDR, WELT, 2008

Auszeichnungen

1995: Verdienstorden des Landes Berlin
2007: Verfassungsmedaille des Freistaates Sachsen
2009: Botschafter für Demokratie und Toleranz
2009: Sonderpreis der Bundeszentrale für politische Bildung für besondere Verdienste um die Deutsche Einheit
2012: Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland
2016: Franz-Werfel-Menschenrechtspreis

Website Freya Klier